Wohl kaum ein Ereignis hatte sich in Gladbeck so tief in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingebrannt wie die Besetzung der Stadt durch zunächst französische und kurz darauf belgische Soldaten, die am 11. Januar 1923 begann und erst am 18. Juli 1925 endete. Zeitweilig waren in Gladbeck über 4.000 Soldaten und Offiziere stationiert. Fast im ganzen Ruhrgebiet wurden Kriegsrecht und Belagerungszustand verhängt, Oberbürgermeister, Stadtverwaltungen und Industrie hatten nach den Anweisungen der Besatzer weiterzuarbeiten. Die Deutschen reagierten mit "passivem Widerstand", dem aber bald eine Hyperinflation und eine nationale Wirtschaftskrise folgten.
Die Besatzer wiederum konterten mit unnachgiebiger Härte. Zahlreiche alltägliche Schikanen, Beschlagnahmungen, Diebstähle, Verhaftungen, Ausweisungen aus dem besetzten Gebiet, Verurteilungen zu teils langen Haftstrafen, sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungen, Misshandlungen, Körperverletzungen und auch Tötungen sind dokumentiert. Insgesamt waren während der Besatzungszeit mindestens vier Gladbecker von belgischen Soldaten getötet worden.
Dennoch kommt diese einschneidende Episode der Gladbecker Geschichte in der Literatur bislang kaum vor - obschon es an umfangreichem Quellenmaterial nicht mangelt. Basierend auf eben diesen Quellen bietet der Vortrag einen teilweise detaillierten Überblick über zweieinhalb Jahre Krisenzeit in Gladbeck und deren Bewältigung. Der Vortrag findet am Dienstag, 21. November, um 19.00 Uhr im Haus der VHS statt.
Die VHS führt diese entgeltfreie Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde durch.








Christoph Heusgen, ist Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, und zeigt an diesem Abend auf, was geschehen muss, damit Deutschland eine neue, aktive Rolle in einer veränderten Weltlage spielen kann. Der ehemalige Sicherheitsberater von Angela Merkel und UNO-Botschafter von 2017 bis 2021 hat die deutsche Außenpolitik der letzten fünfzehn Jahre begleitet wie kaum ein anderer - angesichts der Zeitenwende durch den Ukraine-Krieg plädiert er nun für einen neuen deutschen Kurs in der Außenpolitik. Sehr persönlich beschreibt er die Herausforderungen und Weichenstellungen unter Angela Merkels Kanzlerschaft - und skizziert zugleich das Bild einer zukünftigen aktiven Politik. Sein Credo: Wir müssen unser außenpolitisches Denken verändern, denn der Systemwettbewerb findet nicht mehr zwischen West und Ost statt, sondern zwischen Gewalt und Recht. Und Deutschland muss in diesem Ringen eine selbstbewusste Rolle übernehmen.
Pablo Picasso (1881-1973) und Max Beckmann (1884-1950) sind Schlüsselfiguren der Moderne. Beide leisten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidende Beiträge zu einer Neudefinition der Möglichkeiten und der Aufgaben gegenständlicher Malerei. Auf breiter Basis und im Rahmen einer Ausstellung miteinander vergleichen konnte man ihre Werke und damit ihre künstlerischen Haltungen und Auffassungen indes noch nie.
"Wir haben keine Politikverdrossenheit. Wir haben eine Politikerverdrossenheit", sagt Wolfgang Bosbach. Zu oft wurden die Wählerinnen und Wähler enttäuscht. Nach dem Standard-Eurobarometer der EU-Kommission hatten im Frühjahr 2021 nur noch rund 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Vertrauen in die politischen Parteien. Ein trauriger Befund.
Die Historikerin und Biografin von Oskar und Emilie Schindler, Prof. Erika Rosenberg-Band, berichtet in diesem Vortrag von ihren persönlichen Begegnungen mit Emilie Schindler. Emilie Schindler rettete nach Recherchen Rosenberg-Bands durch persönlichen Mut kurz vor Kriegsende mindestens 300 jüdische Frauen, Kinder und Männer vor den Nationalsozialisten. Hinzu kamen weitere 1300 jüdische Menschen, die ihr Mann in seinen Betrieben in Krakau und Brünnlitz / Mähren durch die Behauptung vor dem Tod bewahrte, dass die Mitarbeiter für die Produktion kriegswichtiger Güter unbedingt notwendig seien.
In diesem Vortrag berichtet Dr. Sandra Tippenhauer über eine Reise in eine der entlegensten Regionen der Erde. Die Referentin ist Physikerin und arbeitet in der Meeresforschung am Alfred-Wegener-Institut, Bremerhaven. Die MOSAiC-Expedition war ihre bisher größte Expedition. Ab Herbst 2019 driftete der deutsche Forschungseisbrecher "Polarstern" für ein Jahr eingefroren durch das Nordpolarmeer. Während dessen erforschte ein internationales Wissenschaftlerteam die Arktis im Jahresverlauf.
